so, mein letzter zwischenstopp auf dem weg zurück in die große stadt war wie gesagt die stadt villahermosa. leider macht sie ihrem namen überhaupt keine ehre und ist gar nicht schön. nur heiß und hässlich und laut. aber gut, ich war ja auch nicht wegen der stadt gekommen, sondern wegen einem museum. genau, wegen einem einzigen museum habe ich eine nächtliche busfahrt auf mich genommen, die sehr kurvenreich und außerdem mal wieder schweinekalt war. und es hat sich gelohnt!
villahermosa liegt im bundesstaat tabasco, der nicht nur ziemlich tropisch und heiß ist, sondern auch eine menge erdölvorkommen hat. und beim buddeln hat man in einem teil tabascos die überreste einer stadt gefunden, die etwa 1000 v. Chr. von den Olmeken erbaut wurde und die la venta genannt wird. der großteil der fundstücke wurde dann in die hauptstadt des bundesstaates gebracht – villahermosa. dort sind sie in einem tollen freiluftmuseum ausgestellt, dem museo parque la venta.
es wurde am rand der stadt an einer lagune in einem stück regenwald ein park errichtet, der das museum und einen zoo beinhaltet. man läuft darin auf einem schmalen pfad durch den wald, umgeben von allerlei getier und alle paar meter steht eine skulptur mit einer erklärungstafel. echt toll gemacht.
die olmeken werden oft als “mutterkultur” der anderen völker in mittelamerika bezeichnet, weil sich zum beispiel bei den maya und auch bei den zapoteken einflüsse dieser frühereren kultur finden lassen. ihre riesigen basaltköpfe sind jedefalls ziemlich beeindruckend, ein paar davon hatten sven und ich ja schon im anthropologischen museum in mexiko-stadt gesehen.
als ich aus dem park wieder draußen war, kam ich auf die blöde idee, die paar kilometer ins stadtzentrum zu laufen. ich wollte zu der kathedrale, deren zwei türme man auch auf dem foto im hintergrund der lagune sieht. einen stadtplan hatte ich natürlich nicht, aber so kompliziert kann das ja nicht sein. war es auch nicht, nur heiß und schwül. war ich froh, als ich die kathedrale vor mir gesehen habe. als ich dann allerdings näher kam, war ich nicht mehr so froh. von wegen stadtzentrum mit kathedrale, straßencafé, kaltes getränk und andere wunschvorstellungen meinerseits. die kathedrale lag an einer straßenecke zwischen zwei jeweils vierspurigen, stark befahrenen hauptstraßen. ich dachte, ich seh nicht recht… mein t-shirt war zu diesem zeitpunkt schon schön durchgeschwitzt und es war einfach nur eklig. mein einziges problem: ich wollte am abend mit dem nachtbus nach mexiko-stadt fahren und hatte somit noch einige stunden rumzubringen. nur draußen ging das mal gar nicht. und bewegung ging auch nicht. gar nicht. also bin ich den weg zurück zum busterminal gelaufen und hab mich dort zwischen unmengen mexikanischer familien mit schreienden kindern auf die bank gesetzt. und gewartet. im busterminal war es immerhin ein halbes grad kühler als draußen. leider war es mehr als voll und chaotisch, da ferienanfang und so. so heiß es dort war, so kalt war es dann natürlich auch wieder über nacht im bus. aber ich bin am samstag morgen gut in mexiko-stadt angekommen…