ihr wollt wissen, wie unser alltag hier aussieht?! dann seid ihr in diesem beitrag genau richtig!
aaaalso… wie die meisten ja wissen, bin ich eigentlich in mexiko, um ein praktikum bei der deutsch-spanischsprachigen zeitschrift „MITT“ zu machen. kaum in mexio-stadt angekommen, habe ich mich auch mit dem derzeitigen chef getroffen und unterhalten (der das ganze jetzt auch schon ein paar monate macht, und zwar mehr oder weniger als „one-man-show“). er hat mir dann erstmal viel erzählt, wie es bei der zeitschrift momentan aussieht und dass er eigentlich gerade dabei ist, alles neu zu machen, inklusive relaunch des designs (und das ist auch gut so…). da er von zu hause aus arbeitet und auch nicht so wirklich wusste, was er mit mir anfangen soll, hat er mir vorgeschlagen, das praktikum bei der designagentur zu machen, die gerade am relaunch arbeiten und zukünftig auch das layout und den satz übernehmen werden. gesagt, getan. die agentur (wen es interessiert: www.sietemedia.com.mx) hat bisher mit printprodukten wenig am hut – macht eher tolle sachen im interaktiven bereich, da liegt auch der schwerpunkt.
jedenfalls können die auch insofern meine hilfe gebrauchen, als sie momentan kein „eigenmarketing“ betreiben. und daran arbeiten sven und ich gerade hauptsächlich. in meiner ersten woche hier habe ich noch einen kurzen abstecher an einen anderen arbeitsplatz gemacht und zwei tage lang der marketing/pr-verantwortlichen des nationalen kunstmuseums hier geholfen, ein verkaufsblatt zu erstellen, mit dem sie auf sponsorenfang gehen will. das war aber wie gesagt nur ein kurzer abstecher (und ein durchaus interessanter kontakt…)
unser täglicher weg führt uns normalerweise in einem circa 20-minütigen fussmarsch von der colonia condesa, in der wir wohnen, in die colonia roma, wo das büro ist. (und wo es am freitag, ein paar strassen vom büro entfernt einen bombenanschlag gab, von dem wir allerdings gar nichts mitbekommen haben…
http://de.news.yahoo.com/afp/20080216/tpl-mexiko-anschlaege-zf-ee974b3.html).
unterwegs holen wir uns an unserem lieblingssaftstand immer noch einen litereimer frischgepressten saft, neuerdings die supermischung mit allem obst was da ist plus die guten cerealien. im büro angekommen sind wir meistens die ersten (um elf!). wir machen uns an die arbeit, quatschen zwischendurch ne runde und wenn wir noch was vorhaben (zum beispiel eines der unzähligen museen aufsuchen), verabschieden wir uns recht schnell wieder. es kann aber, wie das in agenturen nun mal so ist, auch mal länger gehen…
die abende letzte woche waren alle ganz unterschiedlich. einen abend hatte uns der chef der zeitschrift zu sich nach hause in den schicken stadtteil san geronimo eingeladen. ich sag nur wärterhäuschen und ohne anmeldung kommt keiner rein, und das ganze mit garten und fast kein strassenlärm. unsäglicher luxus in dieser stadt… auf der busfahrt dorthin haben wir uns zwar nicht so sicher gefühlt, das lag aber nur an der fahrweise des busfahrers, der sich zurecht alle paar meter bekreuzigt hat.

jedenfalls wurde uns dort lecker tequila serviert (kein vergleich mit allem, was einem in deutschland unter diesem namen angedreht wird!) und später waren wir in einer taqueria, tacos essen (was sonst). nach hause sind wir mit 120 sachen durch die stadt geprescht, nachts bei freien strassen kein problem.
am nächsten abend, nach dem besuch im anthropologischen museum sind wir noch im hardrock cafe gesessen, wo uns beide die schönen sammlerstücke beeindruckt haben. den spatenstich für dieses hardrock cafe hat übrigens elton john gelegt. warum ausgerechnet der?! – keine ahnung… dafür war an dem abend im benachbarten „hardrock live“ ein privates konzert von juanes, dementsprechend voll die strasse vor dem eingang.
am donnerstag abend waren wir dann im auftrag der märzausgabe der zeitschrift auf einer ausstellungseröffnung im museo rufino tamayo (= mexikanischer maler). dort wurde nämlich an diesem abend eine ausstellung (okay, die erste in lateinamerika!) des deutschen fotografen wolfgang tillmans eröffnet, von dem der ein oder andere schon gehört haben mag… jedenfalls eine interessante ausstellung. und hinterher gabs freibier. leider nicht genug für durstige deutsche…
den freitagabend haben wir hier in unserer „wg“ mit einem spieleabend beschlossen – sprich bier, zigaretten und domino. jaaaa, genau. hatte ich auch schon seit meiner kindheit nicht mehr gespielt, ist aber hier so etwas wie ein nationalspiel. und tatsächlich macht es sinn, darüber nachzudenken, wie und wann man seine steinchen legt…

so, genug von diesem allerlei, der nächste eintrag hat wieder ein richtiges thema! (und eine gutes noch dazu).